Britischer Sieg und große Emotionen

Ausverkauftes Haus und noch einmal eine Klasse-Atmosphäre. So lässt sich die letzte Ausgabe des Kölner Hochsprung Meetings wohl am besten beschreiben. „Es war ein wundervoller Abend mit vielen Emotionen und ein würdiger Abschluss von 15 Jahren „Hochsprung mit Musik“ an der Spoho. Zwölf Springer aus zehn Nationen konnten auch noch einmal unterstreichen, dass das Meeting weit über die Grenzen der Hochschule und der Stadt hinaus fest verankert war“, fasst Veranstalter Dr. Wolfgang Ritzdorf die Ereignisse des gestrigen Abends zusammen.

 

Sportlich begann der Abend mit einem Debütanten und endete auch mit einem Neuling. Der 17-jährige „Rookie“ Arne Röhl vom LT DSHS Köln war kurzfristig noch ins Starterfeld gerutscht. Der vom Springer – und Konkurrent an diesem Abend – Luis Castro betreute Athlet hatte sich die Wild Card am letzten Wochenende mit einem Satz über 2,02m verdient. Und so durfte er mit einem erfolgreichen Sprung über 1,95m den Wettkampf eröffnen. 

 

Ein weiterer Debütant gewann letztendlich die „Final Edition“. Der Brite William Grimsey war das erste Mal dabei und lieferte sich am Ende ein Stechen mit „Lokalmatador“ Edgar Rivera um den Sieg. Dazu war es gekommen, da alle sechs noch verbliebenen Springer – nach zuvor übersprungenen 2,19m – an der Höhe von 2,23m scheiterten. Lediglich Edgar Rivera und William Grimsey waren bei den vorherigen Höhen fehlerlos geblieben und so war der Showdown um den Sieg den Beiden vorbehalten. Nach einem weiteren erfolglosen Versuch über 2,23m, war es am Ende William Grimsey, der die nächste, aufgelegte Höhe von 2,21m übersprang und seinen ersten Sieg außerhalb seiner britischen Heimat feiern durfte. 

 

Nach diesem eher ungewöhnlichen Ende des Wettbewerbs, rückte der sportliche Wettbewerb noch einmal in den Hintergrund. Luis Castro ergriff das Mikrofon und bedankte sich in einer kurzen, aber umso emotionaleren Ansprache für die die vielen gemeinsamen Jahre als Coach und Mentor. Auch Fuzz Caan, Cheftrainer der britischen Hochspringer, bedankte sich für die inspirierende Zeit und den steten fachlichen Austausch rund um das Thema Hochsprung. Unbestätigten Berichten zufolge soll sogar der inoffizielle Titel „Lord of Highjump“ verliehen worden sein.

 

Das Schlusswort hatte dann Wolfgang Ritzdorf selbst. Er nutzte die Gelegenheit, um sich bei vielen Weggefährten, ehemaligen Athletinnen und Athleten und nicht zuletzt bei seiner Familie für die vielen gemeinsamen Jahre und die große Unterstützung zu bedanken. Es ist nicht überliefert, ob dabei die eine oder andere Träne im Knopfloch war. 

 

So endete am 22.01.2020 um 20:26 Uhr nicht nur das Kölner Hochsprung Meeting, sondern auch eine Ära des Hochsprungs an der Deutschen Sporthochschule Köln.

 

 

Fotos: footcorner / Dirk Fußwinkel